Die Mädchenteams der TSG mit Pokal, Medaillen und Urkunden in Arendsee
Leistungsstützpunkt der Berliner Schachjugend

Schach an der Spree.
Für jedes Alter.

Vom ersten Zug bis zur Deutschen Meisterschaft: Training in zwölf Gruppen, zehn BMM-Teams und ein Clubhaus direkt am Wasser in Oberschöneweide.

Gerade passiert U12w ist Norddeutscher Vizemeister – und fährt zur DVM Arendsee · 19.–21. September 2026
1927gegründet in Oberschöneweide
222Mitglieder (September 2026)
134Kinder und Jugendliche
13Mannschaften im Ligabetrieb
  • Berlin · 3.–4. Oktober 2026

„Gekommen um zu bleiben“, lautet ein bekannter Song der Band Wir sind Helden. Mit genau dieser Einstellung startete unser Frauenteam am vergangenen Wochenende in das Abenteuer 2. Frauenbundesliga.

Als Aufsteiger und Neuling ist der direkte Durchmarsch ins Oberhaus zwar ein schöner Traum, doch die Realität fordert Bodenhaftung: Das klare Ziel heißt Klassenerhalt. Das Auftaktwochenende diente daher als Feuertaufe und erste Standortbestimmung, um die Liga kennenzulernen und im neuen Terrain Fuß zu fassen.

Paul Meyer-Dunker
© G. Richter: 1.e4 !

Als besonderen Ehrengast durften wir zur Auftaktrunde unseren Vereinskameraden und DSB-Präsidenten Paul Meyer-Dunker begrüßen. In seinem Grußwort hob er die positive Dynamik im Frauenschach hervor – sowohl bundesweit als auch ganz besonders in Berlin, wo inzwischen stolze vier Teams in den beiden höchsten Spielklassen vertreten sind. In der Besetzung Elisa Stärk, Veronika Lorenz, Maria Krzywnicka, Sona Bashirova, Elina Weng und Jessica Reck ging es schließlich am Samstag gegen den Mitaufsteiger SK Lehrte ans Brett. Den offiziellen Startschuss gab Paul persönlich, indem er am Spitzenbrett den ersten Zug ausführte.

Samstag: Nervenkitzel und der erste Punkt

Die ersten beiden Stunden verliefen unspektakulär mit ausgeglichenen Positionen an allen Brettern. Doch dann schlichen sich die ersten Unkonzentriertheiten ein: Jessica konnte der Verlockung eines Läuferopfers nicht widerstehen, übersah dabei jedoch den einzigen Verteidigungszug der Gegnerin (Sf8). Dieser hielt nicht nur die Stellung, sondern bedrohte gleichzeitig ihren Turm auf e6 und die Dame auf g6. Das Resultat: Minusturm ohne ausreichende Kompensation – 0:1-Rückstand.

Ähnlich erging es Elina an Brett 5: Bei einem Abtausch übersah sie einen Bauernverlust, wodurch ihr schwarzer Läufer in Bedrängnis geriet und nur durch geschickte Manöver gerettet werden konnte. Dies kostete jedoch wertvolle Entwicklungszeit, die die Gegnerin konsequent nutzte. Im daraus resultierenden Endspiel war die Niederlage nicht mehr abzuwenden: 0:2 – spätestens jetzt war klar, wie rau der Wind in der 2. Liga weht.

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Am Spitzenbrett kehrte früh Ruhe ein: Nach reichlich Abtausch stand bereits nach 23 Zügen ein Leichtfigurenendspiel fest, das nach weiterem Abtausch in ein schnelles Remis endete – 0,5 : 2,5. Doch dann schlug unsere Stunde. Veronika und Maria erarbeiteten sich an den Brettern 2 und 3 deutliche Vorteile. Veronika verkürzte souverän auf 1,5 : 2,5, während Maria auf Gewinn stand. Sona am 4. Brett handelte vorbildlich mannschaftsdienlich: Bei ausgeglichener Stellung ging sie kein Risiko ein und sicherte mit einem Remis den wichtigen Mannschaftspunkt ab. Maria durfte noch eine halbe Stunde nachsitzen, ehe ihre Kontrahentin endlich aufgab. 3:3-Endstand – Durchatmen, der erste Bundesligapunkt war im Sack!

In der Parallelbegegnung setzte sich Erstligaabsteiger SC Kreuzberg knapp mit 3,5 : 2,5 gegen die Königsjägerinnen durch.

Sonntag: Revanche, Nerven aus Stahl und der erste Sieg

Am Sonntagmorgen wartete mit den Königsjägerinnen aus Zehlendorf ein alter Bekannter. Obwohl wir auf dem Papier leicht favorisiert waren, war Vorsicht geboten: Ausgerechnet die Königsjägerinnen hatten uns vor zwei Jahren die einzige Niederlage in der Regionalliga beschert und damals den Aufstieg vorerst verhindert.

Diesmal verhieß der Start an den hinteren Brettern jedoch raschen Erfolg: Klara erspielte sich in der Eröffnung einen Bauernvorteil, baute diesen Vorsprung im Mittelspiel auf drei Mehrbauern aus und vollstreckte nach nur eineinhalb Stunden zum 1:0. Jessica bestrafte bereits im 11. Zug einen Eröffnungsfehler mit Figurengewinn und verwandelte ihren Vorteil unaufgeregt zum 2:0 nach 25 Zügen. Auch an den übrigen Brettern lief es vielversprechend. Elisa opferte am Spitzenbrett einen Bauern für ein hochaktives Figurenspiel und einen verankerten Turm auf b6. Nach weiterem Materialgewinn leitete sie einen unwiderstehlichen Mattangriff ein, der nur noch durch Damenverlust abgewendet werden konnte – 3:0 für die TSG!

Doch Schach wäre nicht Schach ohne plötzliche Wendungen. Der bereits sicher geglaubte Punkt für Veronika wandelte sich durch ein fehlerhaftes Schlagen auf e5 schlagartig in eine Verluststellung – nur noch 3:1. (Dass dies selbst Weltklasse-Großmeistern wie Alexander Donchenko gegen Gukesh passiert, mag für Veronika ein kleiner Trost sein.)

Ein halber Punkt fehlte also noch zum Gesamtsieg – doch wo sollte er herkommen? Maria kämpfte im Turmendspiel mit leichtem Vorteil für ihre Gegnerin, während Sona am Nachbarbrett mit nur noch 6 Sekunden auf der Uhr dramatische Minuten erlebte. Vier Züge trennten sie noch von der Zeitkontrolle. Und genau in diesem Moment entschloss sich unsere Jüngste zu einem fulminanten Figurenopfer! Was zunächst nach einer Verzweiflungstat aussah, erwies sich als meisterhafter Schachzug: Ziel war ein erzwungenes Dauerschach. Mit logischen Schachgeboten rettete sie sich sicher über die Zeitkontrolle. Fast zeitgleich vereinfachte Maria ihr Turmendspiel und willigte ins Remis ein. 3,5 : 1,5 – der erste Mannschaftssieg in unserer noch jungen Bundesligageschichte war perfekt!

Damit nicht genug: Sonas Gegnerin wollte sich mit dem Remis nicht abfinden und versuchte verzweifelt, dem Dauerschach zu entkommen – mit fatalen Folgen. Nur wenige Züge später schlug es unbarmherzig ein: Matt oder Damenverlust. Sona setzte dem Gesamterfolg die Krone auf und schraubte das Ergebnis auf 4,5 : 1,5.

Da sich der SK Lehrte und der SC Kreuzberg parallel 3:3 trennten, grüßt die TSG Oberschöneweide nun vom 2. Tabellenplatz – einen Brettpunkt vor Kreuzberg!

Danke – und ein Blick nach vorn

Viel Lob gab es nicht nur von den Gästeteams, sondern auch von den Schiedsrichtern für die rundum gelungene Ausrichtung dieser Doppelrunde. Dieser Dank geht stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer vor und hinter den Kulissen an unseren Wirt und Hauptgeschäftsführer Rainer!

Eines hätte diese starke Leistung der Mannschaft allerdings noch verdient gehabt: Mehr Zuschauer! Dazu habt ihr in dieser Saison gleich zweimal Gelegenheit bei unseren Heim- und Lokalspielen:

24.01.2027: Berliner Derby beim SC Kreuzberg
20./21.02.2027: Heimspiel-Doppelrunde bei der TSG Oberschöneweide!

Kommt vorbei und unterstützt unser Team!

Vorher geht es noch zur Doppelrunde in Hamburg:

28.11.2026: Gegner: SK Johanneum Eppendorf
29.11.2026: Gegner: Delmenhorster SK

Abschliessend noch ein Extra-Dankeschön an Anke und Björn Behrend von den SF Wilstermarsch, die durch Ferndiagnose der Log-Dateien die DGT Übertragung wieder ans Laufen brachten!

Links: DSB-Ergebnisdienst

Komm vorbei.
Der erste Zug ist frei.

Schau beim Training oder an einem Spielabend im Clubhaus vorbei – ob du gerade die Figuren lernst oder deine DWZ verbessern willst.

So findest du uns

Clubhaus an der Spree
Nixenstraße 3
12459 Berlin-Oberschöneweide

Tram bis Nixenstraße: 60 67 27

Anfahrt und Route