Jugendbundesliga
Um 13 Uhr ging es für unsere Jugendbundesliga-Mannschaft in der Aufstellung Bagrat Torosyan, Jarne Ruddat, Karl Gersemann, Tobias Smith, Felix Richter und Oskar Stettner beim SV Empor Berlin an die Bretter.
Lange Zeit sah es an allen sechs Brettern nach ausgeglichenen Partien aus – doch mit zunehmender Spieldauer nahm der Wettkampf richtig Fahrt auf. Nach drei Stunden konnte Oskar mit einem Figurengewinn den ersten Punkt einfahren: 1:0 für die TSG. Kurz darauf legte Tobi nach. Er hatte seinen Gegner positionell regelrecht eingeschnürt: Der gegnerische Läufer war auf der Grundreihe hinter den eigenen Bauern gefangen, die Türme voneinander abgeschnitten – und aus dem positionellen Vorteil wurde plötzlich ein direkter Königsangriff. 2:0 für die TSG!
Bagrat stand zwar früh mit einem Mehrbauern da, doch bei ungleichfarbigen Läufern und geschlossener Stellung war der Vorteil zunächst nicht leicht zu verwerten. Also verlagerte er seinen Läufer auf den Königsflügel und öffnete Schritt für Schritt die Stellung. Sein Mehrbauer war inzwischen bis auf die zweite Reihe vorgerückt, als ein sehenswertes Damenopfer die Partie endgültig entschied. 3:0 für die TSG!

Bei Karl sah es derweil weniger gut aus: Unter starkem Druck musste er eine Figur für drei Bauern geben. Die reichten jedoch nicht als Ausgleich, und so musste Karl wenig später die Segel streichen. 3:1 – es fehlte immer noch ein halber Punkt zum Mannschaftssieg.
Felix stand sehr stabil, während bei Jarne das Brett buchstäblich brannte. Beide Spieler gerieten in Zeitnot, der Gegner „lebte“ nur noch vom 30-Sekunden-Inkrement – schaffte es aber tatsächlich noch, kurz vor der Zeitkontrolle einen Bauern umzuwandeln. Was dann folgte, war fast wie aus einem Studienbuch: Mit einem Turmopfer und einer Serie von Springerschachs räumte Jarne alle gegnerischen Bauern ab. Übrig blieb eine verrückte Stellung: vier Bauern (zwei Doppelbauern) und ein Springer gegen Dame. Das war nicht mehr zu gewinnen, und nach einigen Damenschachs einigte man sich auf Remis. 3,5:1,5 – der Mannschaftssieg war perfekt!
Auch bei Felix stand inzwischen ein ausgeglichenes Turmendspiel auf dem Brett, das schnell remis gegeben wurde.
Endstand: SV Empor Berlin – TSG Oberschöneweide 2:4.
Mit nun 6 Mannschaftspunkten steht die TSG an der Tabellenspitze – punktgleich mit Kreuzberg und den Barnimer Schachfreunden, die allerdings noch ein Nachholspiel haben. Am 14. März geht es zu Hause weiter gegen die Königsjäger Süd-West.
Deutsche Pokalmannschaftsmeisterschaft
In der Besetzung Dirk Rosenthal, Matthias Schöwel, Jan Zur und Willi Jauk ging es am

Samstagmorgen mit dem Zug zur Zwischenrunde der Deutschen Pokalmannschaftsmeisterschaft nach Weimar. Welche Gegner warten würden (USV TU Dresden, Auswahl des Deutschen Blindenschachbundes und SSV Vimaria Weimar), stand noch nicht fest – das wurde erst kurz vor Spielbeginn ausgelost: Weimar gegen Dresden und TSG Oberschöneweide gegen die Auswahl des DBSB.
Dank eines kampflosen Punktes gingen wir früh in Führung. Kurz darauf legten Jan und Matzel mit zwei Siegen nach, während „Rosi“ am Spitzenbrett gegen IM Oliver Müller das Nachsehen hatte. 3:1 – weiterkommen ist alles. Das hatte man schon in der ersten Pokalrunde der Berliner Qualifikation gelernt.
Dresden setzte sich ebenfalls mit 3:1 gegen Weimar durch – damit stand der Bundesligist aus Sachsen als unser Gegner für den Sonntag fest.
Der Rest ist leider schnell erzählt: Lediglich Willi konnte ein Remis erkämpfen, die übrigen Partien gingen verloren.
Frauenregionalliga Ost
In der Aufstellung Veronika Lorenz, Yueyi Elina Weng, Klara Bayer und Isabelle Hasselmann sollte es gegen Weiße Dame an die Bretter gehen: Ziel waren zwei weitere Mannschaftspunkte auf dem Weg Richtung 2. Bundesliga.
Sollte? Kurz vor Spielbeginn kam der Schock: Isabelle musste krankheitsbedingt absagen. Glück im Unglück – Rita, eigentlich für die BMM bei der TSG V eingeplant, wechselte kurzfristig vom Saal auf die Veranda. Das hatte zur Folge, dass TSG V ein Brett unbesetzt lassen musste – bitter für sie, aber für uns die Rettung. Kurz vor 10 wurde der Mannschaftsbogen neu ausgefüllt, die endgültige Aufstellung lautete nun: Veronika Lorenz, Rita Nizamova, Yueyi Elina Weng und Klara Bayer.

Die ersten anderthalb Stunden verliefen ausgeglichen, doch allmählich zeichnete sich an den Brettern 2, 3 und 4 ein leichter Vorteil für die TSG ab. Klara schaltete als Erste vom ruhigen Positionsspiel blitzschnell auf Mattangriff um: Dieser war nur noch durch ein Turmopfer zu stoppen – doch nach einem fast genialen Gegen-Turmopfer war das Matt nicht mehr aufzuhalten. 1:0 für die TSG!
Rita setzte ihre Gegnerin massiv unter Druck, der Königsflügel brannte lichterloh. Wenige Züge später war Matt oder hoher Materialverlust unvermeidlich: 2:0!
Veronika stand lange solide, unterschätzte dann jedoch das Zusammenspiel der gegnerischen Figuren und geriet in einen Angriff, der nicht mehr abzuwehren war. Nur noch 2:1 – nun musste Elina mindestens ein Remis holen, um den Mannschaftssieg perfekt zu machen.
Doch von Remis war die Stellung weit entfernt: Elina verwertete ihren positionellen Vorteil konsequent, gewann erst eine Figur, dann einen Turm – die Gegnerin musste aufgeben.
Endstand: TSG Oberschöneweide – SC Weiße Dame 3:1
Mit sechs Mannschaftspunkten steht die TSG verlustpunktfrei an der Tabellenspitze – vor Coswig (5 Punkte) und Dresden (3 Punkte). Am 22. Februar geht es zum Tabellenletzten SSV Rotation. Noch ungeklärt ist allerdings die Aufstiegsregelung: Entgegen der Spielordnung wurde Coswig II nicht wie Coswig I in die Staffel Süd-Ost, sondern in die Staffel Ost eingeordnet.

