Dieses Jahr fanden die Berliner Blitzmannschaftsmeisterschaften 2019 in unseren eigenen Räumen statt. Bei einem Teilnahmerekord von 31 Mannschaften und diversen Gästen bedeutete dies ein volles Haus und versprach spannende Meisterschaften.

Wir traten dieses Jahr mit drei alten bekannten und einem Neuling an: Matze ein eins, Paul an 2, Jens an 3 und Dietmar an 4 an (Foto: BSV). Gesetzt waren wir an 8. Der Modus betrug 17 Runden Schweizer System.

In den ersten 2 Runden gewannen wir als Favoriten so dass in Runde 3 die erste harte Prüfung gegen Rotation Pankow anstand. Dort gelang allerdings lediglich Matze beim Stand von 0:3 gegen uns der Ehrentreffer.

Während diese Niederlage schade, aber noch durchaus verkraftbar war, tat das 1,5:2,5 gegen die 2. Mannschaft von Nord-Ost richtig weh. Matze spielte gegen den jugendlichen Julian Nöldner Remis, Paul konnte gewinnen, aber an 3 und 4 setzte es leider 2 Niederlagen.

In der nächsten Runde gegen Zitadelle Spandau 2 wurde es auch wieder knaper als uns lieb war, aber das Bild drehte sich. Während Matze das erste mal verlor, sorgten Siege von Jens und Dietmar dafür, dass Paul Remis machen und das 2,5:1,5 sichern durfte.

Im anschließenden Spiel gegen Rehberge sollte sich dieser Trend aber unangenehm verstetigen. Matze verlor erneut, Jens und Dietmar sicherten wieder die Punkte, aber auch Paul schwächelte nun und war nicht in der Lage Remis zu halten.

So standen wir nach 6 Runden mit 7:5 Mannschaftspunkten da und verlorene Mannschaftspunkte gegen NO 2 und Rehberge versprachen eher wenig gutes für den weiteren Verlauf. Doch nach genau diesem Remis gegen Rehberge sollte es erst so richtig interessant für uns werden.

Gegen Weiße Dame 1 gelang uns ein knappes und auch ein wenig glückliches 2,5:1,5 u.a. mit einem ganz wichtigen Sieg von Jens, das den Wendepunkt für uns darstellen sollte. Anschließend gelang uns eine ganze Serie von 2,5:1,5 Siegen. Zunächst ein 2,5:1,5 gegen die stark aufgestellten Lasker Steglitzer und in Runde 9 ein enorm wichtiges 2,5:1,5 gegen Zitadelle Spandau mit denen wir uns bis zur letzten Runde um den letzten Qualifikationsplatz für die Norddeutsche Meisterschaft kämpfen sollten.

In Runde 10 verloren wir gegen den späteren Berliner Meister SK Zehlendorf, die lediglich einen Mannschaftspunkt abgeben sollten 0,5:3,5. Lediglich Matze gelang ein Remis gegen IM Raphael Lagunow, während Paul gegen IM Alexander Gelman in guter Stellung mit Dame gegen Turm und Läufer das Kunststück vollbrachte einzügig die Dame einzustellen. Hinten waren die Zehlendorfer mit FM Daniel Malek und IM Atila Figuro an diesem Tag zu stark für uns besetzt.

In Runde 11 gelang uns ein wichtiges Unentschieden gegen Nord-Ost 1. Frühe Remise von Matze und Jens folgten eine Niederlage von Dietmar und ein knapper Sieg im Endspiel beim Stand von 1:2 von Paul.

In Runde 12 spielten wir gegen Kreuzberg 1 erneut Unentschieden, allerdings wieder ziemlich dramatisch. Während Paul komplett überspielt wurde und früh aufgeben musste und auch Jens verlor, gewann Matze gegen Robert Glantz aus schlechter Endspielstellung heraus und Dietmar gelang der Big Point gegen Stephan Bethe.

In Runde 13 folgte eine unserer besten Runden. Gegen König Tegel gelang uns ein 3,5-0,5 Erfolg, unter anderem mit einem Sieg von Matze gegen GM Robert Rabiega.

Zu diesem Zeitpunkt stand fest dass die ersten 2 Qualifikationsplätze für die Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaft an den späteren Sieger SK Zehlendorf und den Vizemeister Roatation Pankow gehen würden, da sie dem Feld bereits zu sehr enteilt waren. Wir hingegen hatten uns bis auf einen Mannschaftspunkt an Zitadelle Spandau rangeschlichen, so dass wir mit ihnen um den letzten Qualifikationsplatz kämpfen würden. Da inzwischen alle Mannschaften in der Spitze gegeneinander gespielt hatten, würde es voraussichtlich darauf ankommen, wer am Ende noch gegen Mannschaften aus dem mittleren Tabellenteil straucheln würde.

In Runde 14 gelang uns gegen Lichtenrade wieder ein 3,5:0,5 Erfolg. Da Zita 4:0 gewann, blieb aber erstmal alles beim alten.

In Runde 15 ließen wir einen 3:1 Erfolg gegen Mattnetz folgen, während Zita 3,5:0,5 gegen Lasker Steglitz gewann.

In Runde 16 gewannen wir gegen Königsjäger das erste mal im Turnier 4:0, während Zita gegen Chemie Weißensee 2:2 spielte! Somit waren wir vor der letzten Runde Punktgleich auf Platz 3, wir hatten die leicht bessere Buchholz aber es war nicht vorhersehbar wie sich diese in der letzten Runde entwickeln würde.

In der 17. und letzten Runde spielten wir gegen Chemie Weißensee, die gerade erst Zita einen Mannschaftspunkt abgenommen hatten. Und das Spiel begann mit dem größtmöglichen Desaster! Matze, der einen richtigen Endspurt hingelegt, die letzten 5 Runden gewonnen und seit Runde 6 nicht mehr verloren hatte, musst früh die Segel streichen. Dietmar konnte bald ausgleichen doch Jens musste bald aufgeben und Paul stand schlecht. Doch Stück für Stück konnte zunächst der Druck auf den König abgebaut werden, Bauern gewonnen und schlussendlich eine Figur gewonnen werden so dass es noch zum 2:2 reichte. Und dann kam die Nachricht: 2:2 reicht, wir sind dritter, Spandau hat gegen Lichtenrade verloren! Nachdem es so aussah als ob wir es noch vergeigt hätten, war Fortuna auf unserer Seite. Hätten wir die letzte Runde ebenso wie Spandau verloren, wäre Weiße Dame 1 sogar noch von einem 2 Mannschaftspunkte Defizit vor der letzten Runde nach Drittwertung an uns vorbei auf Platz 3 gesprungen. Doch so waren wir die glücklichen auf dem Podiumsplatz und dürfen im März 2020 gemeinsam als Mannschaft zur Norddeutschen Vereinsblitzmeisterschaft fahren!

Zu den Einzelergebnissen:

Matze war mit seinen 12/17 am ersten Brett und einer Performance von 2321 wenig überraschend die tragende Säule, nachdem er sich mit seinem 2. Platz bei der Berliner Blitzeinzelmeisterschaft am Vortag bereits in sehr guter Form präsentiert hat.

Paul war mit seinen 12/17 an Brett 2 und einer Performance von 2240 sowie seinem Schlussspurt mit 5/5 in den letzten 5 Runden sehr zufrieden.

Jens war mit seinen 7/17 selber extrem unzufrieden, wobei dies vor allem einem seinem langsamen Start und wenig Spielpraxis geschuldet war. Nichtsdestotrotz waren hier ganz wichtige Big Points mit Siegen bei den 2,5:1,5 Erfolgen gegen unsere direkten Konkurrenten Weiße Dame 1 und Spandau 1 dabei.

Dietmars 9,5/17 waren eine solide Performance und in der entscheidenen Turnierphase hat er mit 5,5 aus den letzten 6 Runden nochmal richtig aufgedreht!

Das beste war aber, das der Teamgeist überragend war. Als jemand der neu in der Mannschaft war, habe ich es genossen wie gemeinsam gefiebert, gelitten, sich angestachelt, und sich gefreut wurde und auch als es zwischendurch schlecht für uns aussah war der Spirit immer positiv! Da war echter Teamgeist bei und es war eine Freude, als Neuling auch so gut in der Mannschaft aufgenommen zu werden. Dementsprechend freue ich persönlich mich enorm auf die Norddeutsche Blitzeinzelmeisterschaft!


Siegerehrung Erwachsene
Siegerehrung Erwachsene

Jeder Einkauf der im Rahmen des Affiliate-Programmes über den Chessbase Link hier erfolgt kommt dem Schachverein zu Gute.