Nachlese zur NVM U12w und U12

Von Bettina Bensch:

An den diesjährigen Norddeutschen Mannschaftsmeisterschaften nahmen neben unserer u14-Mannschaft auch jeweils eine Jungen- und eine Mädchenmannschaft in der u12 teil.

Zuerst waren die Mädchen dran. Sie spielten in der Jugendherberge in Berlin-Tiergarten. Irgendwie war in diesem Turnier der Wurm drin. Schon bevor es überhaupt los ging, mussten wir zittern, ob unser 1. Brett Isabelle überhaupt antreten konnte. So spielten wir die 1. Runde erst einmal ohne sie. Trotzdem konnten wir 4:0 gegen den Setzlistenletzten gewinnen.

Danach ging es dann gegen den Setzlistenersten, SC Weisse Dame, mit Isabelle! Leider sahen wir dort keinen Stich und mussten die 4 Punkte an die Charlottenburgerinnen abgeben. Bereits am ersten Tag zeigte sich, dass das Turnier sehr anstrengend werden würde. Leider stand unserem Team kein Aufenthaltsraum zur Verfügung, so dass die Mädchen sich bis zu 5 Stunden zwischen 1. und 2. Runde im Foyer der Jugendherberge aufhalten mussten. Sich nicht mal zurückziehen zu können, bewies sich am zweiten Tag als besonders kräftezehrend. Am Vormittag verloren wir bei kämpferischem Spiel sehr knapp gegen den Hamburger SK. Am Nachmittag ging es dann gegen die 2. Mannschaft des SC Weisse Dame. Pati und Merja konnten sicher gewinnen. Und auch Isabelle hatte schon eine Figur mehr, leider tauschte sie nicht ab und die gegnerische Dame wurde brandgefährlich. Und dann kam es wie es komme musste, in einem unbedachten Moment stellte sie ihre eigene Dame ein und die Partie war nicht mehr zu retten. Leider verlor auch Katharina, sodass wir nur ein Unentschieden erreichten.

So musste die letzte Runde entscheiden, ob wir uns noch für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren würden. Montagmorgen versuchten also 4 Mädchen durch Berlin zum Tiergarten zu gelangen. Insbesondere für Maila und Merja, die aus Grünheide kamen, war dies eine besondere Herausforderung. Sie benötigten statt der sonst üblichen 60 Minuten geschlagene 90 Minuten und waren praktisch mit Anpfiff der Partie am Brett. Da hatte Maila schon Bauchschmerzen durch die lange Fahrt. Trotzdem kämpfte sie sich 90 Minuten durch die Partie, bevor sie sich dann doch übergeben musste. Einen Zug später wurde sie Matt gesetzt. Merja hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine schöne Partie gewonnen. Isabelle hat leider nie mehr ins Turnier gefunden und verlor auch die letzte Partie. Dafür spielte Pati das Turnier ihres Lebens. Sie kämpfte 4 Stunden und rang ihre Gegnerin schließlich nieder. 4 aus 5 Punkten, ein tolles Ergebnis und eine DWZ über 1000 war der Lohn. Insgesamt wurde die Mannschaft leider nur 6. (Die ersten 5 Mannschaften qualifizierten sich für die DVM).

Als Lehre aus dieser Meisterschaft nehmen wir mit, dass auch bei einer Austragung in Berlin, die Mannschaft am Turnierort übernachten sollte.

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

 

IMG 20210922 WA0000Die Jungen fuhren für ihre Meisterschaft nach Magdeburg. Sie waren an 7 gesetzt, die ersten 4 qualifizierten sich für die Deutsche Meisterschaft. In der ersten Runde spielten wir gleich gegen die Erstgesetzten Borussen aus Lichtenberg. Wir hatten eine sehr ausgeglichene Mannschaft am Start und so suchte Oskar, eigentlich unser 2. Brett die Herausforderung, gegen Magnus Ermitsch (DWZ 2100) zu spielen. Die erste entschiedene Partie lieferte Karl, der ein super Endspiel hinlegte. Auch Khoi Bach an Brett 2 stand nach der Eröffnung schon mit einem Bauern mehr besser. Leider übersah er einen kleinen Trick des Gegners, wonach die Stellung nicht mehr zu halten war. So ging diese wie auch die beiden anderen Partien verloren. In der zweiten Runde spielten wir dann gegen die Letztgesetzten. Ein deutliches 4:0 wurde errungen. Am zweiten Tag stand dann in der 3. Runde die Partie gegen die Gastgeber Schachzwerge Magdeburg an. Unsere Mannschaft konnte hier mit einer konzentrierten Leistung gewinnen, wobei besonders das Remis von Tobi gegen Jonathan Schlange (DWZ 1600) hervorzuheben ist. Für Oskar war da sicherlich sogar mehr als ein Remis drin. In Runde 4 wartete dann der HSK auf uns. Nach gutem Start durch Khoi Bach konnte leider kein weiterer Punkt den Weg auf unser Konto finden und so verloren wir leider 3:1. Und schon war der 2. Tag vorbei. Wie üblich bei der NVM war kaum Zeit für anderes als Schach und so schafften wir es an diesem 2. Tag nicht, überhaupt einen Schritt aus der Jugendherberge herauszumachen. Das Spiellokal der u14 lag ja nicht in der JH, so dass diese allein durch den Weg ein bisschen Frischluft schnuppern konnten.

An Tag 3 starteten wir morgens gegen den Lübecker SV. Erstaunlich schnell vermeldeten unsere 4 Bretter den Mannschaftssieg. Zu der schachlichen Qualität kann ich leider nichts sagen, denn da war ich noch voll mit der Testpartie mit unserem aussetzenden Spieler Karl beschäftigt. Die Partieanalyse wurde dann der Bewegungsmöglichkeit geopfert und der nahegelegene Supermarkt aufgesucht. Immer wieder eine Erfahrung für die Jüngsten.

Nachmittags stand dann der Kampf mit Hellas Nauen an. Es sollte spannend werden. Für Khoi Bach sollte es eine Lehrpartie zum Thema Drachen werden. Mehrfach ließ er den Motivzug Sd5 aus, der praktisch eine Gewinnstellung erzeugte. So reichte es schließlich nur zu einem Remis. Karl spielte in einem Schotten eine völlig wilde Partie, die er eigentlich verlieren musste, aber letztlich setzte er seinen Gegner matt. Oskar verlor leider, aber Toby konnte das Remis halten, so dass es zum Schluss zu einem gerechten Remis kam. Die Qualifikation rückte damit deutlich näher.

In der letzten Runde am darauffolgenden Tag ging es dann gegen den SV Werder Bremen, wie auch schon bei den Mädchen. Kein gutes Omen! Als Erster vermeldete Leo seinen Sieg. Khoi Bach stand bedenklich, hatte aber deutlich mehr Zeit. Letztlich gewann er tatsächlich nach Zeit, hatte aber auch schon eine Figur mehr. Nachdem Tobi schon zwei Bauern mehr hatte, konnte er seine Stellung doch nicht halten und verlor gegen Finn Helms (immerhin DWZ 1900). Nun lag es an Oskar, den Mannschaftssieg abzusichern. Er stand schon sehr gut und hatte mehrere Mehrbauern. Doch dann schlug der Fehlerteufel zu. Mit den einzig verbliebenen Figuren Springer und Turm zauberte der Gegner ein einzügiges Matt mitten auf dem Brett, das Oskar so gar nicht hatte kommen sehen. Sehr schade und tiefe Enttäuschung bei Oskar! Doch diese wurde nach einiger Wartezeit wieder überwunden, denn trotz allem reichte das 2:2 für den hochersehnten Qualifikationsplatz zur Deutschen Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch dem Team und viel Erfolg nach Weihnachten in Naumburg!

Zur Belohnung erhielten alle zum Abschluss einen Riesen-Eisbecher, bevor es mit dem Zug wieder zurück in die Heimat ging.

Alle Ergebnisse sind hier zu finden