Wie im Vorjahr und damit erst zum zweiten Mal nahm die TSG Oberschöneweide an der Deutschen Vereinsmeisterschaft teil. Vom 27.-29.12. traten in Magdeburg die besten u10-Mannschaften Deutschlands gegeneinander an. Entgegen 2017 durfte dieses Mal aber nur eine Mannschaft pro Verein teilnehmen, dennoch waren es insgesamt 63 Vierer-Teams. Das Interesse unter unseren Kids war aber so groß, daß wir unsere zweite U10 und eine reine U8-Mannschaft im Rahmenturnier antreten ließen, das vom Veranstalter extra für die Zweitmannschaften ins Leben gerufen wurde. Wir reisten also mit einer 30-köpfigen Delegation an – 13 Spieler und 17 Begleiter, darunter Eltern, Geschwister und die drei Trainer.

Unsere U8 oder TSG 3, bestehend aus Mannschaftskapitän Theodor Meusel, Thao-Linh, Elina und Michael Schwarz und betreut durch Michael Rätsch, rechnete sich im Rahmenturnier gute Chancen aus, um den inoffiziellen Titel „Beste deutsche U8-Mannschaft“ mitzuspielen. Das schien sich auch zu bestätigen, denn in den ersten zwei Runden gab man lediglich einen halben Brettpunkt ab. Im Spitzenspiel gegen die U8 des Hamburger SK (größter Schachverein Deutschlands) verlor die Mannschaft dann aber knapp mit 1,5:2,5 trotz bester Chancen – u.a. nahm Theodor M. vorschnell das Remisangebot des vermeintlich stärkeren Gegner in klar gewonnener Stellung an. Nach einem weiteren Sieg kehrte man zwar in Runde 5 noch einmal an Tisch 1 zurück, unterlag aber auch dort der zweiten U10-Garde des Schachzentrum Bemerode. Zum Ende des Turniers landet die Mannschaft auf einem tollen 5. Rang in der Gesamtwertung und wird zweitbeste U8-Mannschaft. Zu diesem Super-Erfolg haben alle Vier mindestens 50% der Punkte beigetragen. Zudem sprang für Thao-Linh, Elina und Michael jeweils ein schönes DWZ-Plus heraus.

Trotz der hervorragenden Betreuung durch Bettina verkaufte sich Mannschaft 2, die in der Aufstellung Niklas, Theo und Pati Grozea, Hans-Peter und Johann nominell sogar auf Nummer 1 der Setzliste stand, etwas unter Wert. Dabei muß man aber berücksichtigen, daß die beiden Letztgenannten, die sich Brett 4 meist teilten, ihr aller erstes DWZ-Turnier spielten. Außerdem war Niklas auch noch als Ersatzspieler von TSG 1 vorgesehen.
Nach missratenem Start mit zwei frühen Niederlagen in den Runden 1 und 3 verliert die Mannschaft aber kein Spiel mehr und hievt sich noch auf die 50%-Marke. Jede(r) bringt auch mindestens einen Punkt mit nach Hause, die besten Ergebnisse erzielen Niklas mit 4,5 aus 6 und Theo mit 5 aus 7.

Alle Ergebnisse des Rahmenturniers findet Ihr auf http://dvm.schnix.de/tabellen.html

TSG 1 spielte fast mit der gleichen Aufstellung wie im Vorjahr – als man Platz 15 belegte. Neben Livius, Veronika, Paul und Niklas rückte als Verstärkung noch Pia bei ihrer ersten DVM in die Mannschaft. Als Neunter der Setzliste wollte man ein gehöriges Wörtchen um die Vergabe der Spitzenplätze mitreden. Der Beginn war etwas holprig, denn das Team benötigte viel Glück und Unterstützung der Gegner aus Nauen, Dorfen und Mönchengladbach, um die ersten drei Runden zu gewinnen.

In Runde 4 kam es dann zum absoluten Spitzenspiel an Tisch 1 gegen den Turnierfavoriten Schachzentrum Bemerode (DWZ-Schnitt 1447), das an Live-Brettern direkt ins Internet übertragen wurde. Letztendlich war der Gegner wohl doch noch eine Nummer zu groß, auch wenn der Trainer zwischenzeitlich sogar mit einem knappen Sieg geliebäugelt hatte. Nach dem 0,5:3,5 trotz toller TSG-Leistung wurde Bemerode (Hannoveraner Stadtteil) später natürlich zu Recht und auch überaus verdient Deutscher Meister.

Nachdem die Mannschaft die Blauen Springer aus Paderborn in Runde 5 relativ gut im Griff hatte, ging es am letzten Tag in die beiden alles entscheidenden Runden. Gegen leicht favorisierte Karlsruher sah es lange Zeit nach einem 4:0 aus. Beim Stand von 2:1 wird Livius aber trotz klarer Remis-Stellung (am Ende Turm gegen Turm) über die Zeit gehoben. Um keinen Frust aufkommen zu lassen, fegte DIE MANNSCHAFT in der Schlussrunde noch Grün-Weiß Leipzig mit 3,5:0,5 vom Brett und wird nach dieser tollen Leistung beste von 7 Berliner Mannschaften und äußerst dankbarer Vierter von gaaanz Deutschland 😅

Für Livius war die DVM lange Zeit nicht das glücklichste Turnier. Einerseits, weil bei der Deutschen jede Mannschaft einen DWZ-Riesen an Brett 1 aufbietet und Livis Gegner mit jedem Sieg der Mannschaft stärker wurden. Anderseits ließ er auch eine Menge Chancen auf mehr Punkte liegen – u.a. hatte er den Bremeroder Johannes von Mettenheim (DWZ 1739) schon zwei Bauern abgenommen und klar überspielt, konnte die Partie dann aber nicht zum Sieg führen. Sein Schlussrundensieg und der immer noch riesige Pokal, den es für Platz 4 gab, versöhnen aber doch sehr. Sehr viel besser lief es für Veronika, die mit ganz viel Können und natürlich auch dem nötigen Glück sagenhafte 6 aus 7 Punkte gegen ebenfalls sehr starke Gegner holt. Sie wird damit auch bestes Brett 2 der DVM und darf sich über ihren Pokal und viele DWZ-Punkte freuen.
Anfangs findet auch Paul nicht so gut ins Turnier, nur mit Glück gewinnt er Runde zwei noch und vermeidet die Kurze Rochade zum Start. Nachdem in Runde 3 Niklas für ihn einsprang, steigert er sich aber von Spiel zu Spiel und liefert in den letzten Runden seine besten Leistungen ab. Uneigennützig sichert er in Runde 7 mit seinem Remis den Mannschaftssieg und kann stolz auf 3,5 aus 6 Punkte sein.
Ebenfalls ein Super-Turnier spielt Pia. Mit drei glasklaren Siegen zu Beginn hat sie sich endgültig fest in die Mannschaft gespielt. Und immer hieß es: Gewinnt Pia, dann gewinnt auch die Mannschaft. Gewinnt Pia nicht, dann… Auch in den Partien gegen Bemerode und Karlsruhe hatte sie sehr gute Chancen auf ein noch besseres Ergebnis. So stehen für sie stolze 5 Zähler aus 7 Partien zu Buche.
Niklas holt bei nur einem Einsatz einen ganz wichtigen, wenn auch glücklichen Punkt, der den Sieg gegen Gladbach sicherte. Zusammen mit dem guten Ergebnis aus dem Rahmenturnier hat er hervorragende 5,5 Punkte auf seinem Konto.

Alle Ergebnisse der DVM findet Ihr auf https://www.deutsche-schachjugend.de/2018/dvm-u10/

 
Wieder einmal erstklassig war auch der gute Zusammenhalt in den Mannschaften und in der gesamten Delegation. Solch ein Rückhalt ist der Grundstein für Spaß und Erfolg. Abends wurden auf den Zimmern (alle nebeneinander auf einer Etage) gemeinsam die Partien analysiert. Die noch nicht Weihnachtsmüden besuchten am 28.12. den noch geöffneten Weihnachtsmarkt, auf dem die Kids viel Spaß auf dem Kettenkarussell und im Riesenrad hatten. Beim gemeinsamen Abendessen in den Magdeburger "Wenzel Prager Bierstuben" haben wir den zweiten Abend dann trotz erhöhtem Geräuschpegel gemütlich ausklingen lassen. Und bei der Siegerehrung waren die TSG-Anhänger mit Sicherheit die zahlreichsten und die lautesten.
 
Ab 2019 müssen sich alle Teilnehmer für die DVM U10 in ihren Landesverbänden qualifizieren. Sicher werden wir aber auch dieses Jahr eine oder mehrere starke Mannschaften auf die Beine stellen. Somit hoffen wir, wieder bei diesem tollen Turnier dabei sein zu können.


Philip Lerch vs Hartmut Hockendorf, TSG-Grand-Prix 2015
Philip Lerch vs Hartmut Hockendorf, TSG-Grand-Prix 2015

Jeder Einkauf der im Rahmen des Affiliate-Programmes über den Chessbase Link hier erfolgt kommt dem Schachverein zu Gute.